Wilhelm Busch: Vita


Wilhelm Busch
Wilhelm Busch (15.04.1832-09.01.1908)



"Ich bin geboren am 15. April 1832 zu Wiedensahl als der erste von sieben", schreibt Busch in seiner 1893 entstandenen Autobiographie "von mir über mich". "Mein Vater war Krämer, klein, kraus, rührig, mäßig und gewissenhaft; stets besorgt, nie zärtlich; zum Spaß geneigt, aber ernst gegen Dummheiten. Er rauchte beständig Pfeifen, aber, als Feind aller Neuerungen, niemals Zigarren, nahm daher auch niemals Reibhölzer, sondern blieb bei Zunder, Stahl und Stein oder Fidibus. Jeden Abend spazierte er allein durchs Dorf, zur Nachtigallenzeit in den Wald. Meine Mutter, still und fromm, schaffte fleißig in Haus und Garten und pflegte nach dem Abendessen zu lesen. Beide lebten einträchtig und so häuslich, daß einst über zwanzig Jahre vergingen, ohne daß sie zusammen ausführen."

Wilhelm Busch mußte schon als Kind sein Elternhaus verlassen, da nach Geburt seines Bruders Otto der Platz im Haus nicht mehr reichte. Da er der Älteste war, schickte man ihn zu seinem Onkel, dem Pastor Georg Kleine, der den Jungen bei sich aufnimmt. So kam Busch nach Ebergötzen bei Göttingen. Bei seinem Onkel erhielt er Privatunterricht und besuchte danach die polytechnische Schule zu Hannover. Nach dem Willen seines Vaters sollte Wilhelm Busch Maschinenbauer werden, obwohl seine Begabung mehr beim Zeichnen und Malen lag. Diesen Traum machte er wahr, als er mit einem Freund an die Kunstakademie Düsseldorf ging, um Maler zu werden. Allerdings hielt er es dort aber nicht lange aus, der nüchterne akademische Betrieb enttäuschte ihn. Er zog weiter nach Antwerpen, an die Königliche Akademie der schönen Künste, wo er seine Studien fortsetzte.

Wilhelm Busch erkrankte schließlich an Typhus und musste wieder in sein Elternhaus zurück kehren. Dort sammelte er, während er sich von seiner Krankheit erholte, Volkslieder, Sagen und Märchen. Wieder genesen, zog Wilhelm Busch erneut um. Dieses Mal nach München an die Akademie der bildenden Künste. Er wurde Mitarbeiter bei den "Fliegenden Blättern", einer humoristischen Zeitschrift in München, für die er Zeichnungen und Gedichte machte. Wilhelm Buschs erste Bildergeschichte wurde in dieser Zeit veröffentlicht: "Max und Moritz", die Geschichte die ihm berühmt gemacht hat.

Von München aus führte ihn sein Weg weiter nach Frankfurt, wo sein Bruder Otto lebte, und von da aus kehrte er 1874 wieder zurück nach Wiedensahl. Der Mann seiner Schwester Fanny war gestorben, und Busch hatte sich dazu bereit erklärt, die Vaterrolle für seine drei Neffen zu übernehmen. Noch ein weiteres Mal zog Wilhelm Busch um. Dieses Mal begleitete ihn seine Schwester. Sie gingen gemeinsam nach Mechtshausen am Harz (bei Seesen). Aus der Zeit dort stammen die Gedichte der Sammlung "Zu guter Letzt" und "Schein und Sein".

Wilhelm Busch starb am 9. Januar 1908 in Mechtshausen. Nach seinem Tod erschienen noch unveröffentliche Werke von ihm, überall fanden Gedächtnisausstellungen statt, die belegen, wie berühmt Wilhelm Busch schon zu seinen Lebzeiten war.



Einige seiner Werke, die nicht so bekannt sind wie "Max und Moritz": "Der heilige Antonius von Padua" (1870), "Dideldum!" (1874), "Plisch und Plum" (1882) oder "Ut ôler Welt" (Volksmärchen und Sagen) (1910).






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